Aufsturz
Der Podcast über das Trinken, das Aufhören und alles was danach kommt.
Mit Holger Schwarz und Lasse Nolte.
Ein Leben ohne Alkohol, wie geht das überhaupt? Holger Schwarz und Lasse Nolte, beide inzwischen nüchtern, versuchen, diese schwierige, einfache Frage zu beantworten. Dabei muss man natürlich auch intensiv in die Zeit vor die Entscheidung gegen den Alkohol blicken. In das Leben mit Alkohol - in das Leben mit einer Abhängigkeit. Nüchtern werden, nüchtern bleiben, die Hintergründe und Wege in eine Abhängigkeit, die Wege hinaus, das neue Leben nach dem Alkohol: der ehemalige Weinhändler und der Drehbuchautor verstecken nichts und erzählen alles, mal alleine, mal mit Gästen. Ein Podcast für jeden, der ohne Alkohol leben möchte, der gerade den Sprung gewagt hat oder der noch zweifelt. Neue Folgen alle 14 Tage am Samstag. Gastwunsch, Mitmachen, Anregungen, Lob, Kritik bitte an support@aufsturz.org .
Musik von L’Orchestra Cinematique, basierend auf ”BoJack Horseman Theme” von Patrick und Ralph Carney. Intro gesprochen von Solveig Duda.
Neueste Folge
56 - H wie Heimlichkeit
Aufsturz in Zahlen
Statistiken über unseren Podcast
Episoden
56
im Feed verfügbar
Zeitraum
22.06.2024 bis 01.08.2026
Gesamtlänge
67,1 Std
2,8 Tage
Ø Länge
1:11:51
Kürzeste · Längste
48:28 · 1:38:40
Episoden pro Jahr
Hilfe & Anlaufstellen
Anlaufstellen für Menschen, die Hilfe für den Weg aus der Abhängigkeit anbieten.
Deutsches Rotes Kreuz
Suchtberatung & Anlaufstellen in deiner Nähe.
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.
Suchthilfe-Übersicht und Beratungsangebote.
Drogenbeauftragter der Bundesregierung
Sofortige Hilfe und Vermittlung per Hotline.
Arbeiterwohlfahrt
Einrichtungsdatenbank für Beratung & Therapie.
Anonyme Alkoholiker
Hotline und Meetings in deiner Region.
Caritas (konfessionell)
Online-Suchtberatung.
Diakonie (konfessionell)
Online-Beratung.
Blaues Kreuz (konfessionell)
Suchtberatungsstellen.
Alle Episoden
Die neuesten Episoden im Überblick.
Triggerwarnung: Suizid (ca. Minute 11 - Minute 31). In dieser Folge - die mit einer ziemlich heftigen Geschichte in der Befindlichkeitsrunde anfängt - führen wir das "ABC der Abhängigkeit" mit dem Buchstaben "H" weiter. Der steht für "Heimlichkeit", und was das bedeutet, erklären wir ausführlich. Heimlichkeit wird unweigerlich nötig, weil der oder die Konsumierende eine Normalität vorgaukeln muss, die es längst nicht mehr gibt. Es wird heimlich getrunken, um die Symptome von Kater zu verstecken oder um die körperlichen Probleme von zu geringem Pegel im Körper auszugleichen. Es wird heimlich getrunken, weil man längst weiß, dass das Umfeld den eigenen Konsum kritisch beobachtet. Alles wird überbaut mit komplizierten Lügen- und Rechtfertigungsgebilden, mit "Showflaschen", mit angeblicher "Me-Time", alles, um bloß weiter trinken zu können. Wir sprechen über eingeladene Gäste, die beim Trinken stören und über verbrannte Menüs. Über "Preßhalbe" bei kleinen Besorgungsgängen, um auf Pegel zu kommen. Über den Schleier der Heimlichkeit, der heftiges Trinken ohne Beobachtung oder Verurteilung erst möglich macht und über das innere Kommando "Let's get lost". Und wir reden glasklar über das, was Heimlichkeit beim Trinken immer bedeutet - nämlich Lügen, Lügen und immer wieder Lügen. Eine intime, in jedem Bereich intensive Folge.
Das ist unsere erste Folge mit einem waschechten Grimme-Preis-Träger! Marti, besser bekannt als "Marti Fischer", ist mehrfach preisgekrönter Musiker, Moderator, Schauspieler, Comedian und war als ein Teil des Duos "Ragazzki" mit dem Song "Ciao Ragazzki" dieses Jahr im ESC-Vorentscheid dabei. Außerdem ist er trockener Alkoholiker mit ADHS-Diagnose. Marti spricht ernst wie nie über seine scheinbare Erfolgsgeschichte, über die Scham wegen dauerndem Lügen und Verstellen und über die regelmäßige Rückkehr zu etwas, das den "Stummschalte-Knopf im Kopf" zuverlässig betätigen konnte. Wir hören über Trauer und Krisen, die hinter permanenter Fröhlichkeit versteckt wurden, über wichtige Gespräche mit Torsten Sträter, über Helfersyndrom und Überlastung und darüber, wie er bis zuletzt den Rausch, den er so liebte, schützen wollte. Bei uns sagt er, dass er nicht mehr betrunken sein will, warum ihm Selbstakzeptanz heute leichter fällt und warum man nach dem Aufhören vom Leben etwas zurückbekommt - und nichts verliert. Eine großartige, sehr intime Folge!
In dieser außergewöhnlichen Folge sprechen wir mit Christoph, den viele "Deutschlands erfolgreichsten Brenner" nennen. Christoph ist der Mann hinter den Ultrapremiumbränden der "Stählemühle" und dem Welterfolgs-Gin "Monkey 47". Er bezeichnet sich selbst als "komplett abstinent bis auf kleine Ausnahmen" und mag Alkohol sehr gerne - allerdings nicht zum Trinken. Ein Brenner, den der Aspekt des Rauschs beim Alkohol immer abgestoßen hat, der mit Kontrollverlust überhaupt nichts anfangen kann und der sagt: "Die Plörre, die ich gemacht habe, muss ich nicht noch selber trinken." All das vertreten mit großer Klarheit, auch mit Streitbarkeit und verbunden mit einem Plädoyer zur Bescheidenheit. Warum Christoph denkt, dass in seiner aktiven Zeit nur 1% seiner Kunden verstanden haben, was er machte, wieso ihm "Statuskunden" ein Graus waren, warum er den Rausch trotz allem für ein bewahrenswertes Kulturgut hält und wieso er neuartige alkoholfreie Alternativen komplett ablehnt, hört ihr in dieser kontroversen Folge!
Schnallt euch an! In dieser Folge gibt es knallehrliche Einblicke in den Lebensweg von Maximiliane, deren Konsumzeit mit 15 anfing und mit 37 endete. Sie hat in der Gastro alles gesehen: Das Fünf-Sterne-Hotel, in dem jeder heimlich trank und in dem man nach durchfeierten Nächten selbstverständlich im Morgengrauen den Frühstücksservice machte. Sternegastronomie, in der nicht nur getrunken wurde, sondern wo es ein tägliches "Standing Order" für Kokain gab, mit dem sich der Service versorgte. Am Ende das eigene Gourmet-Projekt, bei dem der eigene Konsum immer früher am Tag anfing und hinter sorgfältig gepflegter Kulisse völlig entgleiste. Kokain, Ketamin, Alkohol, eine lange Phase, in der sie sich selbst erzählte, sie sei "nüchtern", obwohl sie in ihrer Wohnung weiter Weinflaschen leerte - all das konnte Maximiliane hinter sich lassen und sagt heute: Sie ist unglaublich dankbar für die Nüchternheit, denn das Leben ist viel, viel größer geworden, seit sie mit dem Trinken aufgehört hat. Eine Pflichtfolge!Maximilianes Sober-Begleitservice (Disclaimer: bei dem auch Holger gebucht werden kann) findet ihr hier: https://www.yoursober.life
In dieser Folge spricht Nico sehr unaufgeregt (obwohl er selber sehr aufgeregt ist) über seine Abhängigkeitsgeschichte. Wir erfahren, wie sich eine vollkommene Überforderung im Beruf, entstanden aus überzogenen Ansprüchen und einer nicht diagnostizierten Neurodiversität (ADHS), langsam, aber sicher in eine Suchtspirale verwandelte. Nico erzählt, wie "Me-Time" heimliches Biertrinken im Auto bedeutete, unterstützt von Doomscrolling und latent schlechtem Gewissen. Wie diverse Versuche der Selbstregulierung, der Selbstüberlistung, überhaupt der Kontrolle des eigenen Konsums immer wieder nach gewisser Zeit scheiterten. Wie die eigene Familie, die eigenen Kinder Störfaktor beim heimlichen Trinken wurden, das mit immer mehr Aufwand versteckt und organisiert werden musste. Aber wir hören auch, wie Nico es mit Hilfe eines Online-Kurses, einer App und vor allem einer großartigen Online-Community schaffte, nüchtern zu werden und zu bleiben. Eine echte, ehrliche Geschichte, die Mut macht! Mehr über den Recovery Walk im September in Düsseldorf findet ihr hier: https://www.recoverydeutschland.org/recovery-walk Und hier ist der Link zu dem Podcast, in dem Lasse zu Gast war: https://podcasts.apple.com/de/podcast/alles-geht/id1677403279?i=1000770340878
Anderthalb Jahre nach unserem letzten Gespräch treffen wir in dieser Folge erneut auf Bea, die DJ aus Frankfurt. Sie spricht mit uns darüber, wie es ihr bis heute ergangen ist, wie ihre Erfahrungen sind mit dem Sober Clubbing, mit dem nüchternen Feiern und Tanzen in einer Szene, die nach wie vor stark über künstliche Rauschmittel funktioniert. Sie erzählt, warum sie nüchtern die Arbeit und das Feiern intensiver erlebt, wie zwischen nüchterner DJane und berauschter Menge über die Musik eine Verbindung entstehen kann, wie der Wunsch nach Betäubung jetzt der Freude an Klarheit, echtem Erleben und überraschenden Begegnungsmomenten gewichen ist - und wie sie erst in der Nüchternheit Menschen begegnen konnte, die ihr Leben auf eine ungeahnte Art und Weise bereichern. Unbedingt anhören, denn hier spürt man wieder: Nüchternheit ist kein Verzicht, sondern ein Gewinn!
Wer hätte das vorausahnen können? Nach fast zwei Jahren auf Sendung kommt hier unsere Jubiläumsfolge, präziser ausgedrückt Folge Nummer 50! Wir sprechen miteinander, wir beantworten Fragen, die ihr uns geschickt habt, und natürlich spielen wir eure Sprachnachrichten ab. Ein thematischer Rundumschlag: Da geht es um Fragen nach einem wirklich gelingenden Leben nach dem Alkohol, darum, ob man Gästen Alkohol servieren sollte und auch darum, ob man wieder zur Flasche greifen kann, wenn man weiß, dass sowieso bald alles vorbei ist. Wir sprechen über Unsicherheiten, Prokrastination und vermiedene Geburtstagseinladungen. Eine würdige 50. Folge mit einigen intimen Einblicken. Danke für fast zwei Jahre und ein alkoholfreies Cheers auf die Zukunft!
In dieser Highlight-Folge haben wir mal wieder echte Prominenz zu Gast, nämlich Christoph Peters, der aktuell mit seinem Roman "Entzug" Liebling der deutschen Feuilletons ist. In dem Roman beschreibt Christoph, wie er nach Jahrzehnten schwerster Alkoholabhängigkeit seine Entgiftung in einer Berliner Entzugsklinik erlebte. Seine Schilderungen, gerade auch der Zeit direkt vor dem Entzug, sind eindringlich und schonungslos, aber getragen von einem feinen Humor. Mit uns spricht Christoph über die Entstehung des Romans, über seine Kindheit und Jugend und über Alkohol als "europäische Zentraldroge", als "kollektives Transportermedium" für alle sozialen Affekte. Christoph sagt selber über sich: "Trinken wollen kann ich nicht, ich kann es nur müssen." Unbedingt anhören!
Endlich mal wieder eine Zweierfolge! Wie gewohnt lose führen wir das "ABC der Abhängigkeit" fort, diesmal mit dem Thema "G wie Genuss". Dabei fragen wir uns, was "Genuss" überhaupt bedeutet, warum es unserer Meinung nach immer um eine Transformation und die Eröffnung anderer Ebenen geht - und wieso dabei das In-Beziehung-Gehen der wichtigste Part ist. Wir sprechen über Genuss als kulturelle Semantik und als soziales Zeichen und was das alles mit dem Geruch von frisch Erbrochenem auf Pfälzer Weinfesten zu tun hat. Nicht zuletzt erfahrt ihr noch etwas über ein Treffen zwischen Mika vom "SodaKlub" und Lasse und außerdem über Kobolde und Gespenster. Reinhören - es lohnt sich!
Diese Folge stellt in vielerlei Hinsicht eine Premiere dar: Es ist die erste Folge, bei der uns technische Probleme heimsuchen, die erste Folge mit einem trockenen Pärchen aus der Gastro und die erste Folge, bei der wir ein Statement am Anfang setzen (zum Fall Collien Fernandes). Insgesamt erwartet euch hier eine sehr berührende, ernste Folge mit zwei ganz tollen Menschen, die ungeschminkt und offen sprechen über die frühe Erkenntnis, dass der eigene Konsum nie richtig kontrolliert werden konnte, über Gefühlsmanagement und Tränen mit Alkohol, über tagelange Blackouts und Realitätsflucht. Außerdem geht es um den langen, langen Weg in eine Therapie und die Angst vor dem, was einen dort vielleicht erwartet. Unbedingt anhören! Hier kriegt ihr in Hamburg bis vier Uhr morgens ein "Baguette Nelly": www.klimperkiste.com
In dieser Folge haben wir im Sinne der Reziprozität die "SodaSisters" zu Gast, also Mia und Mika, die mit ihrem großartigen Suchtpodcast "SodaKlub" seit sechs Jahren Pionierarbeit leisten. Es geht um mögliche Rückfälle, um zusätzliche Süchte wie das Rauchen, aber auch um das wackelige Konstrukt der sogenannten "Suchtpersönlichkeit". Wir sprechen über Boyfriends, über schillernde Persönlichkeiten und die fast spirituelle Erfahrung eines "Flow". Ob es bald einen Beef zwischen uns Podcast-Hosts gibt, erfahrt ihr in dieser extralangen Folge! Wer unsere erste gemeinsame Folge vorhören möchte (SodaKlub Folge 246), kann das hier tun: https://open.spotify.com/episode/5f62Nrfi8ycl1l78oRLwX2?si=0OUm9Vv-Ry2C8muE0pDgSQ Mia engagiert sich außerdem beim Recovery Walk, dieses Jahr in Düsseldorf: https://www.recoverydeutschland.org/recovery-walk
In dieser Folge treffen wir mit Martina jemanden, der mit voller Härte die körperliche Abhängigkeit von Alkohol erlebt hat: Schwerste Übelkeit, Zittern, Schüttelfrost, Hitzeschübe, Rastlosigkeit und die Unfähigkeit, alltägliche Dinge zu erledigen, bevor nicht Alkohol ins System kam. Trotzdem hat Martina fünf Kinder als Hausfrau großgezogen und immer weiter funktioniert, auch wenn sie mal mit 2 Promille Auto fuhr oder mit fast 4 Promille bewusstlos in der Öffentlichkeit zusammenbrach. Wie sie den Weg in die Abstinenz geschafft hat - und wie es ihr damit geht, dass ihr Ehemann inzwischen sein erstes Bier direkt nach dem Frühstück aufmacht -, hört ihr in dieser spektakulären Ausnahmefolge!